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29. September – 31. Oktober 2022

Zurück in München

Donnerstag, 29. September
Der Wahnsinn hat uns wieder. Da JP (Jean Paul Kelly), ein alter Freund von Ellens Familie jetzt beschlossen hat ins Reiseunternehmensgeschäft einzusteigen und unter anderem jedes Jahr versucht Amerikaner hier herüberzuschaffen, werden wir ihn wohl auch auf den nächsten Oktoberfesten wieder sehen. Prost!

Mittwoch, 6. Oktober – Freitag 21. Oktober
Ansonsten hat uns das ganz normale Leben wieder. Am Balkon hatte das Unkraut zum Teil die stattliche Höhe von über einem Meter erreicht. Es war aber nicht sehr viel und das war schnell beseitigt. Alles andere hat unsere Abwesenheit – nicht zuletzt wegen der Fürsorge meiner Nachbarin (Andi) – gut überlebt. Und wie man sieht, es herbstelt schon.

Bei meinem geliebten EOS  hat sich eine Achse des Scheibenwischergestänges gefressen. Mußte ich austauschen. Ich hab früher viel am Auto selbst gemacht, das habe ich dann aufgehört als ich beruflich keine Zeit mehr hatte. Da ich als Rentner wieder mehr Zeit habe, habe ich das selbst gemacht. Es war eine ziemliche Tüftelei, aber mein Nachbar Danni von der Werkstatt nebenan hat für mich das Ersatzgestänge bestellt und mir ein paar Tipps gegeben. Man muß einige Abdeckungen entfernen, damit überhaupt erst an die Teile ran kommt. Den alten Motor mußte ich vom alten Gestänge abbauen und wieder für das neue verwenden. Jetzt darf es wieder regnen wenn ich mit dem EOS fahre.

Landleben. Ich bin wieder mal bei Mom in Hainsfarth.

Am Sonntag, den 16. Oktober war ich mit Mom beim Essen im Ochsen in Öttingen. Es gibt gute und reichliche Hausmannskost.

Danach hab ich mir das Kreisliga Nord Heimspiel des FC Hainsfarth (die Macht vom Burschel) gegen FSV Reimlingen angeschaut. Hainsfarth (Tabellevorletzter) hat gegen Reimlingen (Tabellenzweiter) mit 4:1 gewonnen. Dadurch hat Hainsfarth die Abstiegsplätze verlassen. Zumindest jetzt.

Ansonsten waren die Tage bestimmt von Gartenarbeit, Reparaturarbeiten, holzmachen, fernsehen und lesen. Außerdem mußte ich die Arche mittels kleinen Verbesserungen für die nächsten Fahrten fit machen. Der nächste Trip führt nach Südtirol.

Was Ihr schon immer nicht wissen wolltet:

Wenn man nicht auf Reisen ist, dann hat man auch nicht so viel zu erzählen. Deshalb gewinnen an sich bedeutungslose Begebenheiten mehr an Bedeutung, wie z.B. kürzlich bin ich, ohne dem Ganzen die angemessene Bedeutung angedeihen zu lassen, mit meiner Mutter quasi über den Jakobsweg gestolpert, der ja mitten durch Öttingen geht. Momentan ist es ja hipp, auf den Jakobsweg zu gehen wie man überall in den Medien von allen möglichen Prommis mitbekommt. Hape Kerkeling zum Beispiel (Ich bin dann mal weg), um nur einen der unzähligen prominenten Jakobsweggänger zu nennen, in deren Reihen wir uns nun auch nahtlos einfügten, auch wenn wir nur, wie schon so oft, die 300m auf der Öttinger Schloßstraße entlang gingen, die Teil des Jakobsweges ist.

Diesem Weg kann man einfach nicht entkommen. Das ist nämlich nicht nur ein Pilgerpfad der von einem bestimmten Punkt aus nach dem sagenumwobenen Santiago di Compostela führt, nein, ein ganzes Netz von Jakobswegen überzieht Europa und speziell Deutschland. Es gibt in Deutschland keine größere Stadt, die nicht an irgendeinem der unzähligen Jakobswege liegt. So auch Öttingen, das sogar an zwei Jakobswegen liegt: am Augsburger Jakobsweg, der hier beginnt und am Jakobsweg Nürnberg – Bodensee.

Nicht umsonst sagt ein bekanntes Sprichwort:
Alle Wege führen nach Santiago di Compostela 😉

Der Jakobsweg  wurde zum ersten mal unglücklich erwähnt im Jahre 1047 in einer Urkunde des Hospitals von Arconada (Provinz Palencia). Dort wird die nordspanische Hauptverkehrsachse als „Weg, der seit alten Zeiten von Pilgern des hl. Jakobus und Peter und Paul begangen“ bezeichnet. Heutzutage wird der Jakobsweg natürlich nicht von der europäischen Reglementierungswut verschont. So darf seit 1985 entsprechend den Regeln einer vom Europarat eingesetzten Kommission nur noch eben diese nordspanische Hauptverkehrsachse die Bezeichnung Camino de Santiago (Jakobsweg) tragen. Alle anderen fälschlicherweise als Jakobsweg bezeichneten Routen dürfen sich nur „Wege der Jakobspilger“ nennen. Ich bleibe trotzdem fürderhin bei der allgemein geläufigen Bezeichnung „Jakobsweg“.

Roller Drama:

Die Sitzbank meines Rollers läßt sich nicht mehr öffnen. Gott sei Dank habe ich das vor der Abfahrt noch bemerkt und mir den Helm vom Motorrad mitgenommen, denn der Helm für den Roller ist natürlich unter dieser Sitzbank. Und Außerdem hatte ich den Roller glücklicherweise schon im August vor unserer England/Irland Fahrt vollgetankt, denn der Tankeinfüllstutzen ist ebenfalls unter der Sitzbank. So konnte ich ihn während unseres Südtirol Urlaubs verwenden. Ich muß ihn nun sobald wie möglich in eine Werkstatt bringen.

Samstag 22. Oktober – Samstag, 29. Oktober

Die nächste kurze Reise mit der Arche steht bevor. Diesmal nur bis Südtirol. Anlaß ist das 40-jährige Bestehen der Kolbermoor Connection. Für den der es noch nicht weiß, die Kolbermoor Connection ist eine Gruppe die sich eben vor vierzig Jahren an der FHM (Fachhochschule München) zusammengefunden hat und bis heute noch besteht. Wir treffen uns immer noch so 3 – 4 mal pro Jahr und jetzt eben zur Feier des 40-jährigen Bestehens für etwa eine Woche in Südtirol. Ellen und ich fahren mit der Arche, die anderen haben sich im Dorf Tirol in der Nähe von Meran in einer Pension eingemietet.

Samstag 22. Oktober
Wir haben uns gegen Mittag erst mal in Sterzing zum Mittagessen getroffen und sind dann weiter in das Dorf Tirol gefahren, wo wir unseren Stellplatz besetzt haben und die anderen in der Pension eincheckten. Am späten Nachmittag fuhren wir mit dem Roller zum Rest der Truppe in den Biergarten Tirol. Dort gab es den ersten Schluck und ein paar Südtiroler Leckereien.

Sonntag, 23. Oktober
Heute ist Weinfest im Dorf Tirol. Das Wetter ist noch einigermaßen in Ordnung und so machten wir einen ausgedehnten Spaziergang rund um das Schloß Tirol und anschließend genossen wir auf dem Weinfest südtiroler Köstlichkeiten und natürlich den Wein.
Montag, 24. Oktober: Meran
Für heute ist schlechtes Wetter angesagt, deshalb fuhren wir nach Meran zum Bummeln. Am Vormittag war es noch trocken, ideal für einen Stadtbummel durch die Laubengänge Merans. Aber am Nachmittag goß es in Strömen und abends trafen wir uns noch zum Törggelen.
Für die nächsten Tage, also für den ganzen Rest unseres Aufenthaltes ist nun gutes Wetter vorausgesagt und wir haben auch schon eine ganze Menge Pläne.

Ansonsten war im Oktober nicht viel los
zumindest im Urlaub bekamen wir nicht so viel mit:

  • Premierministerin Liz Truss gibt auf. Sie wird durch den ehemaligen Finanzminister Rishi Sunak ersetzt.
  • Krieg in der Ukraine geht unvermindert weiter.
  • Putin kündigt Abkommen über Weizenlieferungen, d.h. Welthunger als Kriegswaffe. Zur Zeit hungern etwa 50 Millionen Menschen auf der Welt.
  • Bundeskanzler Scholz verkauft Teil eines Hamburger Containerterminals and die Chinesen (COSCO). Nichts dazugelernt nach Russland?

Aber sonst gibt es nichts Neues von wirklicher Bedeutung.
Oder hab ich was verpasst?

Ein vielleicht nicht ganz so unnützes Wissen:

(Bild links: Schnalswaal) Ein Waal ist ein künstlich von Menschen angelegter Bewässerungskanal, der aus einem Bach Wasser zu entfernt gelegenen landwirtschaftlichen Kulturen leitet. Da in manchen Südtiroler Gebieten die Niederschlagsmengen besonders gering sind, ist die Landwirtschaft dort auf künstliche Bewässerung angewiesen. Aus diesem Grund entstanden vom Mittelalter bis zur Neuzeit ausgedehnte Bewässerungssysteme, die das Wasser aus Bächen (Zuflüsse der Etsch) westlich von Meran anzapfen und and den Hängen entlang eben bis nach Meran leiten.
Für jeden Waal gab es einen von der Gemeinschaft bestimmten Waaler oder Waalmeister, der für die Wartung und Funktion des Wales verantwortlich war, und der auch sicherstellte, daß jeder Nutzer nur soviel Wasser entnahm wie er durfte.

Dienstag, 25. Oktober: Hochmuth Seilbahn
Wir fuhren mit der Hochmuth Seilbahn nach oben und machten dort einen schönen Spaziergang und kehrten natürlich ein.
Highlight: Die partielle Sonnenfinsternis. Das konnte ich wegen des bedeckten Himmels mit dem Handy holographieren. Sowas sieht man nicht alle Tage.
Hinunter gingen wir zu Fuß – obwohl wir Berg- und Talfahrt gekauft hatten. Der Weg nach unten war für mich sehr schön und gut zu gehen. Ellen hatte ein paar Probleme mit den Knien. Das hat sie aber gut gemeistert, nicht zuletzt wegen der Stöcke die ihr Doris geliehen hatte.
Mittwoch, 26. Oktober: Algunder Waalweg
Wieder ein wunderschöner Tag. Der Algunder Waalweg geht – wie alle Waalwege relativ eben dahin und es gibt keine großen Steigungen und Gefälle. Sie sind deshalb ideal zum Wandern. Wir sind den Waalweg praktisch von Anfang (beim Dorf Tirol) bis zum Ende (etwa bei Töll) gelaufen. Zurück sind wir mit dem Bus gefahren. In der Kurtaxe ist nämlich auch die Meran Card enthalten, die es erlaubt, alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol zu benutzen. Das ist wirklich super.

Donnerstag, 27. Oktober: Ritten
Früh am Morgen sind wir mit dem Bus nach Meran gefahren, dann weiter nach Bozen und von dort mit der Ritten Seilbahn hinauf auf den Ritten. Und oben fuhren wir mit der Rittner Bahn, eine Art Straßenbahn, nach Klobenstein, um die Erdpyramiden anzuschauen. Das alles ist in der Meran Card inkludiert. Dank des hervorragenden Wetters hatten wir eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge.
Freitag, 28. Oktober: Markt Meran
Am Freitag ist Markt in Meran. Das ist wohl der größte Wochenmarkt in Südtirol und allemal einen Besuch Wert. Die Fieranten als auch die Besucher kommen aus weitem Umkreis angereist. Getrübt wurde das Vergnügen etwas durch Erkältungen, die die meisten von uns eingefangen hatten. Aber Dank Aspirin Complex hatten wir das ganz gut unter Kontrolle.

Hier nur eine kleine Bildauswahl unseres Urlaubs:

Samstag, 29. Oktober: Heimfahrt
Am Morgen ging es zurück nach München. Egal ob über den Brenner mit Stop im Outlet Center oder über den Reschen Pass, am Nachmittag waren alle wieder zu Hause und alle waren der Meinung es war ein toller Urlaub, den man wiederholen sollte.

Und zum Schluß:

Lily Róisín Hartl Humphrey gedeiht prächtig. Sie hat ihr Geburtsgewicht schon verdoppelt.
Die Großeltern Jeanette und Gary sind aus Blackpool runtergefahren und haben ihre neue Enkelin zum ersten Mal gesehen. Auch Tom (Liam’s Bruder) war mit seiner Frau Sarah und ihrem Sohn Isaac auf Besuch.

Am Ende gibt es sogar noch eine paar gute Nachrichten aus der großen weiten Welt:

  • Lula da Silva gewinnt knapp die Wahl in Brasilien.
    Er ist auf alle Fälle die bessere Alternative.
    Die Frage ist was macht Bolsonsaro?
  • Die UNO, die Ukraine und die Türkei beschließen die Fortführung der Weizenlieferungen.
    Die Frage ist: Was macht Putin?

Happy Halloween

Lily’s erstes Halloween

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2 Kommentare
    • Johann
      Johann sagte:

      Ich denke es ist gut möglich, daß du JP kennst. Er ist schon ein Typ.

      Ob ich wegen der Sonnenfinsternis nach USA reisen werde, sicher nicht. Aber wenn es andere Gründe auch dafür gibt, dann kann man das ja verbinden.
      Die letzte totale Sonnenfinsternis habe ich in München am 11.August 1999 erlebt. Und das war schon was besonderes. Es war wirklich beeindruckend als es mitten am Tag dunkelwurde und von einem Moment zum anderen alle Vögel zum zwitschern aufhörten und totale Stille herrschte.

      Übrigens: Du sagtest mir am 27. November öffnet der Oberammergauer Weihnachtsmarkt. Wisst ihr schon ob ihr da hin geht?

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