September 2026

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Dienstag, 1. September 2026
Gestern war Moms erster Tag allein, das heißt weder Monika noch ich sind bei ihr in Hainsfarth, aber die Diakonie kommt 3-mal täglich und Essen wird auch geliefert. Die Diakonie meint, dass sie das gut im Griff haben. Ich habe eher Angst, dass Mom sich nicht an die Regeln hält und Sachen macht, die sie nicht machen soll. Zum Beispiel Treppen rauf und runter gehen, Gartenarbeit machen und bei all den Aktivitäten den roten Knopf nicht bei sich hat, sondern neben dem Telefon liegen hat, wie sie das seit Jahren macht.

Freitag, 4. September 2026
Die Arche ist wieder in Top Zustand. Nachdem letzte Woche der  Abgassensor ausgetauscht und neue Motorsteuerungssoftware aufgespielt wurde funktioniert wieder alles so wie es soll. Außerdem wurden die Vorderbremsen erneuert.

Eigentlich hatten wir vor bis ans Nordkap zu fahren, das haben wir aber aus diversen Gründen auf nächstes Jahr (hoffentlich) verschoben. Statt dessen fahren wir aber wenigstens für ein paar Tage nach Italien. Gestern, am Donnerstag haben wir die Arche noch mit Lebensmittel und Wasser beladen. Außerdem sorgte Ellen dafür, dass Geschirr und Textilien und so weiter alles komplett war. Ich habe noch Wasser aufgefüllt und Toiletten fertig gemacht.
Heute habe ich nur noch den Fahrradträger montiert und unsere E-Bikes aufgeladen. Dann haben wir noch die restlichen Dinge eingeladen und wir waren reisefertig. So gegen 13:00 Uhr, etwa 2 Stunden später als gedacht, fuhren wir ab in Richtung Italien. Es ist ein gutes Gefühl, wieder unterwegs zu sein.

Übernachtet haben wir in Castello di Fiemme (Kastell im Fleimstal), neben dem Calisthenics park piazzol, das ist ein Park im Wald, wo auch ein paar Calisthenics Fitness Geräte installiert sind. Dort liefen bereits die Vorbereitungen zum Festa del Boscaiolo et delle Foreste, das am Wochenende hier stattfindet. Das ist das ein Holzfällerfest mit Geschicklichkeitswettbewerben und andern Veranstaltungen rund um den Wald und ist das größte Ereignis mit überregionaler Bedeutung in der Gemeinde Castello di Fiemme. Wenn das losgeht, sind wir aber schon wieder weg.

Samstag, 5. September 2026.
Unser Übernachtungsort war zufällig genau and der Straße zum Manghen Pass. Das ist eine tolle Passstraße, die ich jedem empfehlen kann, der gerne Passstraßen fährt. Ich habe das wirklich genossen aber Ellen hätte beinahe einen Herzinfarkt bekommen. An vielen Stellen muss man etwas kreativ werden wenn plötzlich Gegenverkehr auftaucht, aber es gibt immer einen Weg.
Ich habe auf der engen Straße auch eine Berührung mit dem Packkoffer eines Motorrades gehabt. So ein Motorrad mit Packkoffern ist ja fast so breit wie ein PKW. Ich hab dann auch sobald es ging hinter der nächsten Kurve angehalten, was auf dieser engen Passstraße gar nicht so einfach war, und bin dann zurückgelaufen, aber der Motorradfahrer war nicht mehr da. War wohl nicht so schlimm.
Auf weiten Strecken der Passstraße gibt es keine Mittellinie. Das ist immer so, wenn es auf der Fahrbahn für zwei normale Fahrspuren nicht genug Platz gibt. Aber wie ich schon sagte, es gibt immer einen Weg. Vor Erreichen der Passhöhe hielt ich an einer Kurve der Passstraße an (siehe Foto), wo die fast 3 Meter hohe Holzskulptur Il Diavolo di Vaia des Künstlers Federico Vanzo steht. Die Skulptur entstand aus den Resten einer rund 300 Jahre alten Zirbelkiefer (Arve) mit dem Namen „Torre di Pisa“, die in der verheerenden Sturmnacht des Vaia-Sturms Ende Oktober 2018 vom Wind entwurzelt wurde. Der Name Vaia Tempesta Diabolica beschreibt die diabolische Kraft des Sturms. Das Kunstwerk ist ein Mahnmal für die Zerstörung durch den Sturm und symbolisiert gleichzeitig die Narben der Natur sowie die Hoffnung auf Wiedergeburt.
Aber das wissen wir ja alle.
Auf der anderen Seite ging es genauso abenteuerlich wieder nach unten und dann ging es auf relativ normalen Straßen weiter bis nach Venedig. Auf dem Wohnmobilplatz San Giuliano, auf dem wir schon einmal waren, fanden wir Platz und wir blieben dort 2 Nächte.

Sonntag, 6. September 2026
Heute ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die AfD hat wie zu erwarten war gewonnen, aber ich habe Nicht geglaubt, dass der Sieg so hoch ausfallen würde. Ich würde am liebsten gar nicht mehr heim fahren, aber wo soll ich denn sonst hin.

Jetzt scheinen sie gar keine Tabus mehr zu kennen. Einer der Obernazis, Ulrich Sigmund, der jetzt Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden will, sagt auf einer Pressekonferenz ganz unverblümt: „Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von Rüstungsgütern weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensiven natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen.“ Das ist schon harter Tobak. Darf man sowas als Möchtegernministerpräsident öffentlich im Fernsehen von sich geben? Offensichtlich darf man das.

Sonntag, 6. September 2026
Heute sind wir mit der Fähre von Marive Transport, die etwa 100 Meter von unserem Stellplatz entfernt abfährt, nach Venedig (Fondamente Nove) gefahren, um die Regatta Storica anzuschauen, die hier jedes Jahr am ersten Sonntag im September stattfindet. Da die Regatta erst am Nachmittag um 15:00 Uhr beginnt, hatten wie genügend Zeit etwas durch Venedig zu spazieren, etwas zu shoppen und einen kleinen Imbiss zu uns zu nehmen. Eine der ersten Stationen die Scuola di San Marco. Als Scuole wurden in der Republik Venedig geistliche und karitative Korporationen, Zünfte und Gilden oder Zusammenschlüsse von auswärtigen Landsmannschaften bezeichnet.  Die Scuola di San Marco war eine der sechs großen Scuolen Venedigs und wurde bereits 1260 gegründet. Vor ihr steht das Reiterstandbild des Bartholomeo Coleoni. Wenn ihr schon mal in Venedig wart, dann ist euch vielleicht aufgefallen, dass es dort sehr wenig Statuen von irgendwelchen Persönlichkeiten gibt. Die Serenissima, die Stadtregierung von Venedig, hat das bewusst unterbunden um Personenkult zu vermeiden um zu verhindern dass dadurch Personen eventuell zu mächtig werden könnten. Nun war aber dieser Bartholomeo Coleoni aus Bergamo ein Adeliger und ein mächtiger Kriegsherr, und Venedig brauchte seine Hilfe gegen Feinde. Er versprach Hilfe wenn dafür eine Statue von ihm auf der Piazza di San Marco aufgestellt würde. Als dann mit seiner Hilfe der Feind besiegt wurde und die Reiterstatue enthüllt wurde war er wegen des Standortes sehr enttäuscht. Die venezianischen Stadtherren taten sehr überrascht, denn die Statue stehe doch vor der Scuola di San Marco. War wohl ein Missverständnis 😊. Eine andere Version sagt, dass Bartholomeo Coleoni sein nicht unbeträchtliches Vermögen der  Stadt Venedig vermacht hatte, unter der Auflage ein Reiterstandbild von ihm vor der Basilica di San Marco aufzustellen. Da die Venezianer an an einer so prominenten Stelle kein solches Monument haben wollten, meinte nach Corleonis Tod ein findiger Rechtsanwalt, dass er damit die Scualo di San Marco gemeint haben müsse. Und da steht das Denkmal noch heute.

Wie eingangs erwähnt, gibt es in Venedig im öffentlichen Raum nur sehr wenig Denkmäler und Statuen von prominenten Persönlichkeiten. Eine beliebte Möglichkeit sich ein Denkmal zu schaffen, oft schon zu Lebzeiten, waren die Grabmäler in Kirchen. Die Zanipolo (Erklärung weiter unten) ist ein Beispiel dafür. In ihrem Inneren findet man ein riesige Anzahl von Grabmälern und Sarkophagen mit Denkmälern und Statuen berühmter und wichtiger Persönlichkeiten. Als Beispiel hier im Bild links das Grabmal mit Reiterstandbild des Pompeo Giustiniani, wer auch immer das war.

Neben der Scuola steht die Basilika der heiligen Johannes und Paulus (San Zanipolo oder nur Zanipolo, eine Kontraktion der venetischen Namensformen von „Johannes“ und „Paulus“). Sie ist mit knapp 100 m Länge eine der größten Kirchen in Venedig. Was mir besonders gefallen hat ist, dass es in dieser wirklich großen Basilika keine Sitzbänke gibt, außer einige wenige vor dem Altar in der Apsis. Dadurch wirkt der Innenraum groß, klar, schlicht und hell und der gepflasterte Boden kommt gut zur Geltung.

Auf dem gleichen Platz wo das Standbild Coleonis, die Scuola di San Marco und die Zanipolo steht, fanden wir auch ein Pizzeria wo wir den oben schon erwähnten kleinen Imbiss zu uns nahmen. Das war direkt vor dem Denkmal Coleonis und so hieß sie Snack Bar Coleoni.

Dann schlenderten wir weiter durch Venedig, durch viele enge, malerische Gassen und über kleine Brücken über schmale Kanäle bis zum Campo San Zaccaria. Während Ellen ein wenig shoppen ging hatte ich Zeit mir die Kirche San Zaccaria anschauen, die früher zu einem der bedeutendsten Nonnenklöster Venedigs gehörte. Das damalige Klostergebäude wurde im Jahr 1810 unter Napoleon in eine Kaserne umgewandelt, die heute von den Carabinieri genutzt wird.

Nachdem Ellen mit Shopping fertig war und ich in der Kirche genug gesehen hatte gingen wir weiter Richtung Markusplatz, denn bald sollte die Regatta Storica starten. Es war nicht so einfach, einen guten Platz am Canal Grande zu finden um das Spektakel zu beobachten Unser Platz war nicht ganz so gut, aber wir konnten genug sehen.

Zum Auftakt der Regatta fahren die alten historischen Prunkboote durch den Canal Grande, mit denen einst die Dogen und andere wichtige Persönlichkeiten sich durch denselben rudern ließen. Das ist der eigentlich interessante Teil für die Touristen, all die  bunten, alten Boote mit zum Teil über 20 Ruderern in historischen Kostümen. Entlang des Canal Grande ist es fast unmöglich, einen Platz zu bekommen um das Spektakel zu beobachten. Der eigentlich wichtige Teil ist für die Touristen weniger interessant, aber umso mehr für die Einheimischen aus Venedig und den umliegenden Kommunen der Lagune. Was für Sienna das Palio ist, ist hier die Ruderregatta, an der alle Kommunen der Umgebung teilnehmen. Gerudert wird in den typisch venezianischen Booten mit stehenden Ruderern und die Wettkämpfe finden auf dem Bacino di San Marco statt, dem Gebiet vor dem Markusplatz. Es gibt verschiedene Bootsklassen, die sich hauptsächlich durch die Anzahl der Ruderer unterscheiden, aber alle basieren auf den typischen venezianischen Rudern, die im Stehen bedient werden. Diese speziellen Ruder ermöglichen es in den engen Kanälen Venedigs sogar ein Boot mit nur einem Ruder zu manövrieren, wie das bei den Gondeln der Fall ist. Jede Kommune versucht natürlich das Rennen zu gewinnen. Dabei geht in erster Linie nicht um Geld, sondern um die Ehre. Eine Rennen der Regata Storica gewonnen zu haben, ist eine Ehre, die über Generationen hinweg mit der Familie verbunden bleibt, eine Ehre, die für manche Venezianer so wichtig ist, wie einen Dogen in ihrem Stammbaum gehabt zu haben! Dies erklärt das besonders leidenschaftliche Klima, das die Regata Storica auch heute noch umgibt.

Das war ein anstrengender aber schöner Tag und wir fuhren zurück aufs Festland zu unserer Arche. Auf dem Weg dahin passierten wir diesen kleinen Marienschrein, der auf einem der Begrenzungspfähle stand, die die Fahrrinne zwischen Venedig (Fondamente Nove) und Mestre begrenzen. Venedig ist, wie ganz Italien, sehr stark katholisch geprägt und Zeichen der Marienverehrung findet man hier allenthalben.

Montag, 7. September 2026
Am Morgen verließen wir den Stellplatz und starteten nach Süden. Wir kamen allerdings nicht weit, da in Mestre uns ein riesiger Supermarkt im Wege stand. Da wir schon mal da waren haben wir in den nächsten 2 ½ Stunden gleich Lebensmittel eingekauft und diese verstaut. Danach gings aber los nach Süden und wir kamen bis San Marino. Hier war ich noch nie und San Marino ist Nummer 50 in der Liste der Länder in denen ich schon gewesen bin. Recht viel mehr werde ich in meinem Leben wohl nicht mehr schaffen. Außer wir fahren doch noch durch das Baltikum in Richtung Nordkap, denn dann kommen noch Litauen, Lettland und Estland hinzu. Oder wir fliegen noch mal ganz wo anders hin.

Geparkt und übernachtet haben wir unterhalb der Altstadt auf dem Parkplatz P10. Von dort aus kommt man bequem mit den Aufzügen in den Parkgaragen bis hinauf an die Tore der wunderschönen Altstadt. Bei unserer Ankunft begann es bereits zu dämmern, so blieben wir gleich hier und Ellen bereitete das Abendessen zu.

Dienstag, 8. September 2026
Am Morgen sind wir dann mit den Aufzügen in den gegenüberliegenden Parkgaragen bis hinauf zur autofreien Altstadt von San Marino gefahren. Die Altstadt ist wunderschön und einen Besuch Wert. Für die Touristen gibt viele Restaurants und Geschäfte mit vernünftigen Preisen. In den historischen Gebäuden gibt es viele Museen, auch einige nicht ganz alltägliche sind drunter.

San Marino gilt als die älteste bestehende Republik der Welt mit einer Geschichte, die der Überlieferung nach bis auf das Jahr 301 mit der Gründung durch den heiligen Marinus zurückgeht. San Marino ist vollständig von Italien umgeben und ist der fünftkleinste international anerkannte Staat der Welt. San Marino ist nicht Mitglied der Europäischen Union, dennoch wird der Euro als Währung genutzt. San Marino gehört, gemessen am nominalen BIP pro Kopf, zu den reichsten Staaten der Welt und hat eine der weltweit niedrigsten Arbeitslosenquoten.

Der historische Stadtkern ist auch heute noch auf allen drei Seiten von den Stadtmauern aus dem 11. bis 14. Jh. umgeben. Auf engem Raum finden sich hier mehrere Sehenswürdigkeiten und Museen. Da gibt es die Basilika des heiligen Marinus, das Museo di Stato (Staatliches Museum – das wichtigste Museum in San Marino), die Nationalgalerie, das Museum der Briefmarken und Münzen, Pinakothek San Francesco, sowie weitere historische Palazzi mit Ausstellungen und Galerien. Besonders markant sind die drei Wehrtürme. Diese sind das Wahrzeichen von San Marino und als solche Bestandteil des Wappens sowohl der Stadt als auch des Landes. Es gäbe noch viel anzuschauen, aber wir wollten noch weiter nach Süden an den Strand. Urlaub ist halt manchmal auch ein bisschen Stress.

Am frühen Nachmittag fuhren wir erst mal weiter nach Süden, kurz unterhalb Ancona bis Sirolo. Der dortige Camping International war voll ausgebucht, weshalb wir weiter südlich zum Campground Bellmare gefahren sind. Da ist viel frei und er ist etwas billiger. Trotzdem haben aber bereits ab Freitag einen Platz in Sirolo reserviert.

Mittwoch, 9. September 2026
Das Wetter ändert sich. Ich war noch am Strand ohne Schirm und ohne Sonnenschutz, denn die Sonne machte sich rar. Aber die Luft war warm genug und das Wasser auch. Es gibt einen schönen Strand, zwar kein Sand, aber kleine Kiesel. Bisschen unangenehm zum Laufen, aber super zum Hinlegen.

Donnerstag, 10. September 2026
Es hat den ganzen Tag immer mal wieder ein bisschen geregnet. Das ist zwischendurch auch mal ganz schön. Ausruhen, lesen, mit Ellen am Strand spazieren gehen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Ellen hat sich mit den am Strand gefundenen Steinen auf unserem Tisch künstlerisch betätigt, und ein leider sehr schnell vergängliches Kunstwerk geschaffen.
Im Landesinneren muss es mehr geregnet haben, denn der Fluss brachte lauter braune Brühe mit. Das ist nicht so schön, aber im chemisch-biologischen Sinn ist das Wasser vermutlich sauber, es führt halt Sand und andere Schwebstoffe nach dem Regen mit sich.

Freitag, 11. September 2026
Abfahrt Richtung Camping International in Sirolo. Mittagessen in Osimo, in einem typisch italienischen Mittagsrestaurant. Dann einkaufen in einem Großen Supermarkt mit Blick auf die Basilika vom Heiligen Haus in Loreto in der Ferne, was wir ein paar Tage später noch besuchen sollten. Einkaufen war wichtig, damit wir die nächsten Tage im Camping International, das sich nicht umsonst Vertical Camping nennt, gut überstehen können. Vertical Camping deshalb, weil der Platz an einem steilen Hang liegt. Die Plätze sind auf Terrassen angelegt und es führt eine enge, steile und kurvenreiche Straße nach unten zu den Stellplätzen. Auf dem Platz gibt es sehr viel alten schattenspendenden Baumbestand, so dass man, wenn man von Sirolo aus auf den Campingplatz hinunterschaut, nichts als Bäume sieht. Der Weg zum Strand ist steil und weit, aber er lohnt sich.

Samstag, 12. September 2026
Jetzt ist Erholung angesagt, Ellen kann endlich ihren Computer einschalten, während ich es vorzog zum Strand hinunter zu gehen.
Außerdem schauten wir uns die Altstadt von Sirolo an. Dazu fuhren wir mit den E-Bikes die steile Straße hinauf zur Altstadt. Diese ist relativ klein und unspektakulär aber noch im Originalzustand erhalten. Sirolo ist eine italienische Gemeinde mit 4090 Einwohnern in der Provinz Ancona in den Marken. Die Gemeinde liegt etwa 13,5 Kilometer südöstlich von Ancona. Der Fluss Aspio begrenzt die Gemeinde im Südwesten. Es gibt zwei Kirchen, die neue große am Rand der Altstadt und eine kleine alte mitten in der Altstadt, die man von außen gar nicht so leicht als Kirche erkennt, da sie vollkommen in die Häuser und engen Gassen der Altstadt integriert ist.

Sonntag, 13. September 2026
Heute ist Check Out. Man muss am Vortag der Abreise auschecken und am Abreisetag bis 10:00 das Gelände verlassen haben, denn ab 11:00 ist Check In für die neuen Gäste. Die Zufahrtsstraße und die Straßen im Gelände sind so eng, dass Gegenverkehr nicht möglich ist. Deshalb fahren bis 10:00 alle raus nach oben und ab 11:00 nur noch alle runter. Falls irgendeiner zu den falschen Zeiten rauf oder runter muss, wird das von Mitarbeitern per Funk organisiert. Ich muss zugeben, dass das alles ist gut organisiert ist und reibungslos funktioniert.

Montag, 14. September 2026
Nachdem wir gestern schon ausgecheckt hatten, konnten wir am Morgen gleich losfahren, die schon mehrfach erwähnte steile Straße nach oben. Wir schlugen dann die Richtung nach Loreto ein, zur Basilika vom Heiligen Haus in Loreto (Santuario della Santa Casa di Loreto). Wenn man schon mal da ist, sollte man sich das schon anschauen. Dieses Heiligtum liegt imposant auf einem Hügel oberhalb des gleichnamigen Ortes Loreto.

Bei vielen Wallfahrtsorten habe ich immer den Eindruck, dass das Tempel der Hochkultur von Bigotterie und Frömmelei sind. Wer schon mal in Lourdes war kann mich vielleicht verstehen. Das ist natürlich auch in Loreto hier nicht anders, aber nicht ganz so schlimm wie in Lourdes, das in dieser Beziehung wirklich ein Spitzenposition einnimmt.

Die Basilika vom Heiligen Haus in Loreto ist eine römisch-katholische Wallfahrtskirche. Sie ist eine päpstliche Basilika und ein Internationales Heiligtum.
Nachdem die Kreuzfahrer das Heilige Land im Jahr 1291 verloren hatten, übertrugen der Legende zufolge Engel das Haus der Heiligen Familie von Nazareth über Umwege nach Loreto (Bild links). Bald entwickelte sich das Heilige Haus von Loreto zur beliebten Wallfahrtsstätte der Loretowallfahrt. Das Heilige Haus von Loreto ist der Legende nach das Haus, in dem Maria, die Mutter Jesu, aufwuchs. Um das eigentliche Marienhaus herum ließ Papst Julius II. im Jahr 1507 eine Marmorverkleidung errichten (Bild rechts), die Darstellungen der Herrlichkeit Mariens trägt und zu den herausragenden Kunstwerken der italienischen Renaissance zählt.
Später wurde das heilige Haus zunächst mit einer kleinen Kirche überbaut. 1468 begann dann die Errichtung der heutigen kreuzförmigen Kuppelbasilika in Formen der Nachgotik und der Renaissance.

Zu all der Bigotterie und Frömmelei die man diesen Orten findet kommt noch das Geschäft mir Souvenirs und Devotionalien dazu. Trotz alledem hat es mir ganz gut gefallen, denn die ganzen Bauwerke, Skulpturen und Gemälde waren schon imposant und beeindruckend.

Nachdem wir genug gesehen hatten machte wir uns auf den Weg nach Norden, der Urlaub geht zu Ende. Wir nahmen die Autobahn, da wir Kilometer fressen wollten. So fuhren wir bis Pontebba, das nur noch etwa 10 km von der Grenze zu Österreich entfernt ist.

Dienstag, 15. September 2026
Nach einer ruhigen Nacht in Pontebba mussten wir noch über das Nassfeld nach Österreich ins Gailtal, wo Klaas und Saskia, alte Freunde von Ellen, sich im ruhigen Ort Vorderberg zur Ruhe gesetzt haben. Wir waren da vor einigen Jahren schon einmal, als wir auf dem Weg nach Italien waren und heute auf dem Rückweg von Italien war wieder eine gute Gelegenheit einen kurzen Besuch abzustatten.

Nach einer schönen Fahrt über das Nassfeld, wo Straße auf der italienischen Seite relativ eng ist, aber auf der österreichischen Seite viel breiter wird. Deshalb fahren die großen italienischen Holztransporter über Österreich auf das Nassfeld, denn von Italien aus kommen diese großen Sattelzüge nicht hinauf.

Irgendwann zwischen 11 und 12 waren wir dann bei Saskia und Klaas. Wir ratschten von den alten Zeiten, von Familie und Kindern und von Gott in der Welt. Leider hatten wir nicht viel Zeit, denn wir mussten weiter nach München.

Um in Österreich kein Pickerl kaufen zu müssen fuhren wir über die Landstraße. Durch das Ga8ltal nach Westen, dann über Lienz zur Felbertauernstraße und weiter Richtung Kitzbühel, dann nach Kufstein und auf der deutschen Seite über die Inntalautobahn nach München, wo wir am Abend ankamen.

Sonntag, 20. September 2026
Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Wie bereits vor 2 Wochen in Sachsen-Anhalt hat die AfD gewaltig zugelegt. Was läuft da falsch bei den Ossis? Oder liege wir hier im Westen falsch?

In Berlin  wurde die Linke mit 25,7% die stärkste Partei. Die CDU liegt mit 18,8% auf Platz 2 und die AfD mit 16,3% „nur“ auf Platz 3, hat aber ihr Wahlergebnis nahezu verdoppelt. Möglich sind eine Rot-Rot-Grün Koalition oder auch eine Schwarz-Rot-Grün Koalition ohne die Linke! Kann interessant werden.

In Mecklenburg-Vorpommern kam es zur Katastrophe. Die AfD wurde mit 38,2% stärkste Partei, die SPD schaffte immerhin 35,5%. Die CDU schaffte nicht einmal die 5%.

Ob die AfD allerdings an die Regierung kommt glaubt man derzeit nicht, denn dazu bräuchte sie einen Koalitionspartner. Die SPD könnte es mit einer Rot-Rot-Grün Koalition schaffen. Warten wir es ab.

Eines kann ich schon vorwegnehmen: Tobias Rausch wird Anfang Oktober zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt werden. Seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ist das der erste Landtagspräsident, der einer rechtsextremistischen Partei angehört.

Aber heute gab es nicht nur politische Katastrophen. Es ist Oktoberfestzeit und so kommt man dem auch nicht aus, wenn man in München wohnt. So waren auch Ellen und ich dort, zusammen mit Annabelle und Ben und deren Sprössling Enzo.

Auch für die kleine Lily in England fiel etwas ab, ein kleines Lebkuchenherz von der Wies’n.

Dienstag, 22. September 2026
Heute fliegt Ellen ins Trump Land, aber sie wird ihn da wohl nicht treffen. Ich habe sie am Morgen zum Flugplatz gebracht und sie hat nun eine lange Reise vor sich. Zuerst über 9 Stunden Flug nach Atlanta, Georgia, und dann noch ein kurzer Flug nach South Carolina, wo ihre Freundin Penny wohnt (Bild links: Ellen and Penny).

Weil es bei uns in Europa viele Sachen nicht gibt, die es aber in Amerika gibt, machte Ellen einige Einkaufstouren um Kleidung für ihre Kinder und Enkel zu kaufen.

Freitag, 25. September 2026
Heute bin ich wieder nach Hainsfarth gefahren. Mom hat die letzten 4 Wochen mehr oder weniger allein verbracht, aber die Diakonie kam morgens, mittags und am Abend um sie zu unterstützen. Auch Essen wurde ihr geliefert. Außerdem kamen auch Nachbarn hin und wieder vorbei und so hat sie diese Zeit ganz gut überstanden. Das ist zwar alles nicht ideal, aber immer noch besser als das Altenheim.
Wir werden sehen.

September 2026

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