September 2025 Teil 1

Norwegen

Eine lange Zeit ist vergangen, ohne dass ich richtig unterwegs war. Jetzt geht’s wieder los. Diesmal Richtung Nordkap. Ich habe gehört dass man das in 3-4 Tagen schaffen kann, wenn man wie Berufsfernfahrer ohne Pause durch fährt, aber wir sind ja Rentner. Auf dem Bild links seht ihr eine grobe Planung. Um es gleich vorweg zu sagen, bis zum Nordkap sind wir nicht gekommen, wie ihr auf dem Bild daneben sehen könnt. Aber wir haben immerhin den Polarkreis überquert und sind dann kurz hinter Bodø wieder umgekehrt.

Tag 1: Freitag, 29. August 2025, Magdeburg
Nachdem die Arche vorbereitet war und und wir alles was wir brauchten eingeladen hatten, wie Kleidung und Verpflegung, fuhren wir los, ohne einen festen Plan für jeden Tag. Sicher wussten wir nur es ging nach Norden Richtung Nordkap. Jeden Tag machten wir Pause zum Kochen und Essen, so natürlich auch heute. Am Abend erreichten wir Magdeburg, wo wir auf einem Stellplatz direkt an der Elbe übernachteten. Das war auch das Einzige was wir von Magdeburg gesehen haben. Eigentlich schade. Ich hätte mir gerne ein bisschen die Stadt angeschaut, vor allem das Denkmal mit den Magdeburger Halbkugeln. Aber Norwegn ruft.

Tag 2: Samstag, 30. August 2025, Kopenhagen
Am Morgen gings weiter entlang der Vogelfluglinie. Früher einmal gab es eine direkte Bahnverbindung zwischen Deutschland (Hamburg) und Dänemark (Kopenhagen), über die Fehmarnsundbrücke und dann mit einer Eisenbahnfähre von Puttgarden nach Rødby Havn, aber das ist Geschichte. Obwohl, so lange ist das noch gar nicht her. Erst 2022 hat Deutschland diese Verbindung unterbrochen. Doch momentan arbeitet man an einem Tunnel für Autos und Eisenbahn, so dass in nicht allzu ferner Zukunft, aber nicht vor 2028, wieder Züge auf der Vogelfluglinie verkehren werden. Vielleicht dauerts auch noch etwas länger, man kennt ja die Zuverlässigkeit der Bahn in punkto Pünktlichkeit im Allgemeinen und in punkto Fertigstellungsterminen im Besonderen. Falls das dann fertig ist kann man dem Zug von Deutschland aus über Kopenhagen auch nach Schweden fahren.

Wir fuhren also über die Fehmarnsundbrücke und dann mit der ehemaligen Eisenbahnfähre, auf der immer noch die Schienen für die Bahn sind, und erreichten Kopenhagen am späten Nachmittag. Die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten war nicht groß. Die Meisten waren total belegt aber wir fanden noch Platz auf dem Bellahøy Camp Ground, der heute den letzten Tag in dieser Saison geöffnet hatte. Deshalb müssen wir den Platz morgen um 10 Uhr wieder verlassen, denn dann beginnen bereits die Abbrucharbeiten und die Vorbereitungen für eine Art Tollwood, das dann auf dem Gelände stattfindet. Mit Flohmarkt, Fahrgeschäften, Essen usw.
Wir sollten auch später in Norwegen feststellen, dass die Saison Ende August praktisch zu Ende ist. Das ist zwar schön, weil es dann auch weniger Touristen gibt, aber es sind auch viele Einrichtungen, Plätze und Sehenswürdigkeiten schon geschlossen.

Tag 3: Sonntag, 31. August 2025, Kopenhagen, Meløse, Helsingør
Am Morgen konnten wir die Arche vor dem Campground, wo schon die Abbrucharbeiten im Gange waren, abstellen und mit dem Bus ins Zentrum von Kopenhagen fahren. Mit dem Wetter hatten wir Glück, es war ein richtig schöner Sommertag. Mit dem Bus fuhren wir direkt bis zum Tivoli, gegenüber vom Hauptbahnhof, welcher innen schon fast einer Kathedrale ähnelt. Und in der Tat findet man hier architektonische Details, die offensichtlich von den mittelalterlichen Stabkirchen Norwegens, die die Wikinger erbauten, abgeschaut wurden, wie ich später erstaunt festgestellt habe. Man könnte den Bahnhof also einen Stabbahnhof nennen 🤣.
Heute baut man leider keine solchen Bahnhöfe mehr, vermutlich weil es keine Wikinger mehr gibt.
Ein toller Tag für einen Spaziergang durch Kopenhagen und um etwas durch die Altstadt zu bummeln und ein kleines Mittagessen zu uns zu nehmen. Hier in Dänemark kann man sich das gerade noch leisten. In Norwegen sollte das anders werden – aber das wussten wir ja schon.
Zum Abschluss besichtigten wir noch den Dom zu Kopenhagen, die Hauptkirche des Bistums Kopenhagen der Dänischen Volkskirche (eine evangelisch-lutherische Kirche), dessen Inneres durch Schlichtheit und Bescheidenheit besticht.

So viel zu Kopenhagen. Es war wirklich ein schöner Stadtbesuch. Doch nun mit dem Bus zurück, die Arche holen und weiter nach Meløse.

Meløse muss man nicht kennen. Ich kenne es nur, weil dort der alte Wikinger Leif Graff-Nielsen, ein ehemaliger Arbeitskollege und seit fast 40 Jahren ein Freund von mir, mit seiner Frau Hanne dort wohnt.
Es war nicht mein erster Besuch dort, denn immer wenn ich in die Gegend komme, so etwa alle 10 Jahre oder so, schaue ich bei ihnen vorbei. Das Wiedersehen wurde mit einem Glas Sekt gefeiert und wir haben von den alten Zeiten geplaudert. Ganz wichtig: Hanne hatte für mich Rullepølse, eine dänische Spezialität, besorgt. Das ist ein schonend gegarter, gerollter Schweinebauch, mit Marinade und Gewürzen verfeinert. Köstlich!
Danach fuhren wir zum Übernachten weiter nach Helsingør, von wo wir morgen nach Helsingfors in Schweden übersetzen.

Noch ein bisschen unnützes Wissen:

Schloss Kronborg in Helsingør ist das Schloss in dem William Shakespeare das Drama um den dänischen Prinzen Hamlet angesiedelt hat. Auch heute noch schleicht Hamlets Geist für Touristen bei Schloss Führungen durch das Gemäuer.
Aber was noch interessanter und wichtiger ist: Im Keller des Schlosses sitzt in Stein gehauen der unbesiegbare Krieger Holger Danske und schläft. Sollte aber das dänische Königreich von einem Feind ernsthaft bedroht sein, dann wird Holger Danske wieder erwachen und in den Kampf ziehen.

Tage 4: Montag, 1. September, Ås
Am Morgen setzten wir mit der Fähre nach Helsingfors in Schweden über und fuhren dann gleich nach Norden in Richtung Norwegen nach Ås. Ås liegt etwas südlich von Oslo. Dort wohnt Svein Hermansen, ein weiterer ehemaliger Arbeitskollege aus meiner Zeit bei Keithley Instruments, mit seiner Frau Anne-Berit. Er hat uns (Keithley Instruments) damals in Norwegen repräsentiert. Wir kamen dort am Spätnachmittag nach 17 Uhr an und es war toll den ehemaligen Kollegen nach über 30 Jahren wieder zu sehen. Natürlich habe ich vergessen bei all dem Reden von den guten  alten Zeiten, ein Foto zu machen, aber Svein war so nett, mir ein aktuelles Foto von sich und Anne-Berit zu schicken.

Danach übernachteten wir an einem See in der Nähe, direkt neben dem Zentrum des norwegischen Ruderverbandes, der dort seine Trainingseinrichtungen hat.

Tag 5: Dienstag, 2. September 2025, Oslo
Am morgen fuhren wir nach Oslo und parkten etwas außerhalb des Zentrums. Mit dem Wetter hatten wir wieder Glück, ebenso mit dem Bus ins Zentrum. Da wir noch kein Bargeld hatten und keine Möglichkeit hatten zu Tickets zu kommen hat uns ein freundlicher deutschsprechender Norweger auf seiner Oslo-App mitfahren lassen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an unseren unbekannten Wohltäter.

Oslo besticht durch moderne Architektur, besonders die Hafengegend südlich des Hauptbahnhofes um den Edvard Munchs Plass und die Operagata. Besonders beeindruckend fand ich das Opernhaus auf das man außen hinauflaufen kann. Das ist schon so eine kleine Bergwanderung mitten in der Stadt..

Ein Muss ist das Munch Museum, bei dem man dauernd das Gefühl hat, dass die oberen Stockwerke jeden Moment in das Hafenbecken stürzen werden. Das ist ein riesiges Museum nur für Munch. Absolut sehenswert. Das Museum gibt einen detaillierten Überblick über sein umfangreiches Schaffen. Und das ist wesentlich umfangreicher als man sich vorzustellen vermag, wenn man im Zusammenhang mit Munch immer nur von dem Schrei hört. Natürlich wird diesem dann auch besonders viel Platz gewidmet.
Ich will die Bedeutung Munchs sicher nicht schmälern, aber für meine Begriffe war das Museum einfach zu groß, und das muss natürlich gefüllt werden. Ein bisschen kleiner hätte es auch getan.

Eine kleine Anekdote am Rande

Zurück von unserem kleinen Stadtausflug ins Zentrum von Oslo klemmte ein Falschparker Ticket über 660 Kronen (etwa €57) unter dem Scheibenwischer, obwohl ich  mit easypark, was eigentlich in ganz Norwegen funktioniert, eingeloggt war. Also habe ich Sven angerufen und der gab mir eine Internetadresse in Oslo wo ich mich beschweren konnte. Allerdings muss ich die Strafe erst einmal bezahlen. Das hab ich dann so gemacht und überraschenderweise bekam ich von der norwegischen Behörde bald einen Bescheid, dass mir die Strafe erlassen wurde und den bezahlten Betrag zurück erstattet bekomme. Gut, nicht?

Allerdings warte ich noch auf die Rücküberweisung.

Nach Opernhaus und Munch Museum nachten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt, gingen etwas essen und fuhren dann mit dem Bus zurück zu unserer Arche, welche – oh Schreck – ein Strafzettel zierte. Aber es stellte sich später heraus, dass wir den zu Unrecht erhalten hatten (Siehe die obige kleine Anekdote).

Danach fuhren wir weiter bis Kongsberg. Dort gibt es einen tollen Wohnmobilplatz, direkt unterhalb des Bergbaumuseums (linkes Bild),  mit allem Drum und Dran und noch dazu kostenlos. Die Gemeinde hat heute die ganze Sommerausstattung wie Schwimminseln und Ähnliches abgebaut und für den Winter eingelagert, aber es gibt ein paar harte Wikinger, die hier immer noch ein Morgenbad nehmen. Die morgendlichen Nebel kündigen bereits die kalte Jahreszeit an.

Kongsberg war in der Vergangenheit berühmt durch seine Silberminen und heute gibt es da ein sehenswertes Museum und die Möglichkeit die alten Silberminen zu besuchen. Svein Hermansen, den wir gestern besuchten, sagte mir, das seine Vorfahren Anfang des 17. Jahrhunderts aus Freiberg bei Dresden nach Kongsberg kamen um dort in den Silberminen zu arbeiten. Daher vermutlich der Name Hermansen. Also ist Svein – im Gegensatz zu Leif aus Dänemark – abstammungsmäßig kein echter Wikinger, sondern eher ein Germane.
Aus Wikipedia weiß ich, dass der Bergbau in Kongsberg von deutschen Bergleuten dominiert wurde, die der dänische König Christian IV (Norwegen gehörte damals zu Dänemark) anwerben ließ, um die Vorkommen zu erschließen.  Die Silberminen in Kongsberg bekamen daher meist deutsche Namen. Die deutschen Bergleute in Kongsberg trugen ihre eigene Bergmannstracht, arbeiteten nach der deutschen Bergwerksordnung und altehrwürdiger deutscher Bergbautraditionen und waren in einer deutschen Knappschaft organisiert. Das Wirken der deutschen Bergmänner in den örtlichen Bergwerken, führte in dieser Zeit dazu, dass in Kongsberg eine deutschsprachige Insel in Norwegen entstand. So wurden auch die Gottesdienste auf Deutsch abgehalten und erst viele Jahrhunderte später in Dänisch und Norwegisch.

Tag 6:  Mittwoch, 3. September 2025, Fahrt nach Borgund
Am Morgen fuhren wir dann weiter nach Nordwesten durch die herrliche norwegische Landschaft. Unterwegs sahen wir einen Wasserfall etwa bei Hemsedal. Das ist der Hydnefossen. Das ist der höchste Wasserfall in dieser Gegend mit einer Gesamthöhe von 475 m, davon etwa die ersten 155 im freien Fall sind. Er hatte zur Zeit aber nicht so viel Wasser, wie man meist auf den Fotos im Internet sieht. Tage später hätten wir wegen so einem Wasserfall nicht mehr angehalten, denn wir  sahen hunderte von Wasserfällen und man gewöhnt sich daran. Aber für den Moment waren wir begeistert.
Wir fuhren dann weiter bis in die Gegend von Borgund, wo wir gegen Abend ankamen. Wir fanden einen Parkplatz in der Nähe der dortigen berühmten Stabkirche am Rande einer sehr ruhigen Straße gleich neben einem Wasserfall, dessen Rauschen uns sanft einschlafen ließ.

Tag 7: Donnerstag, 4. September 2025, Mundal
Die erste Aktion an diesem Tag war natürlich die Besichtigung der berühmten Stabkirche von Borgund. Diese Kirche ist eine der am Besten erhaltenen Stabkirchen Norwegens, die noch weitgehend aus Originalteilen besteht. Die Holzkonstruktionen im Inneren erinnern mich and die Halle des Kopenhagener Hauptbahnhofes (kleines Bild rechts oben), in der einige Elemente dieser Architektur, die von den Wikingern stammt, übernommen wurden. Die Kirche war seit ihrer Erbauung etwa um 1180 als Hauptkirche von Borgund in Betrieb, bis dann 1868 100 Meter weiter südlich die neue Kirche, auch eine Stabkirche, fertiggestellt wurde. Die alte Kirche ist fast fensterlos und innen deshalb sehr dunkel, während die neue Kirche schöne große Fenster hat und einen lichtdurchflutenden, hellen Innenraum hat.
Heute ist Borgund problemlos über die E16, die Oslo mit Bergen verbindet, zu erreichen. In alter Zeit war das alles anders. Da führte ein Weg über die Berge, der nur zu Fuß mit Lasttieren zu bewältigen war. Im Jahre 1793 wurde dann der Kongevegen oder Sverrevegen, benannt nach dem norwegischen König Sverre (1151-1202), fertiggestellt und war in dieser Gegend Norwegens die Hauptverbindung zwischen Osten und dem Westen über die Berge von Lærdal in der Provinz Song og Fjordane bis Vang in Oppdal. Mit seinen vier Metern Breite war er ideal für Pferdegespanne mit Wagen. Ellen und ich haben eine kleine Wanderung zu diesem Sverrevegen gemacht, der oberhalb der Kirche durch die Berge führt. Trotz 4 Metern Breite und mit manchen steilen Serpentinen war es damals sicher nicht leicht, mit Kutschen und Fuhrwerken diese Strecke zu bewältigen. Heute ist das eine beliebte 110 km lange Wanderroute.

Nach diesem kleinen Wanderabstecher machte wir uns auf den Weg Lærdal, das ist das eine Ende des Kongsvegen, das man heute schnell und bequem auf der E16 mit ihren Tunneln erreicht. Das Tagesziel war noch etwas weiter hinter Fjærland, genauer gesagt nach Mundal. Wir hatten gehört dass dieser Ort geprägt ist durch Buchantiquariate. Angeblich ist Fjærland bzw. Mundal ein Bücherdorf. Die Bücher werden in kleinen Antiquariaten angeboten, insgesamt über 250.000 Stück, in neuerer Zeit wegen des Tourismus auch englischsprachige Bücher. Sie befinden sich z. B. in ehemaligen Viehställen und Bootshäusern, in der ehemaligen Bank und im früheren Warteraum der Autofähre. Aber wie ich schon bemerkte ist in Norwegen pünktlich ab 1. September die Saison beendet und offensichtlich gilt das auch für die Buchantiquariate, welche nur noch sporadische, wenn überhaupt, geöffnet haben. Es war beim Besten Willen nirgends herauszufinden wann geöffnet war. Weder durch Befragen der Einheimischen, über Internet oder Telefon, und auch nicht in der Tourist Information. E-Mails blieben unbeantwortet. Dabei hätte Ellen sich so gerne ein paar englischsprachige Bücher gekauft.

Aber immerhin haben wir von Mundal aus unseren ersten Gletscher gesehen, den Bøyabreen, der in der Ferne eine seiner Zungen herunterschiebt. Deshalb sind wir dann noch zum Bøyabreenaussichtspunkt gefahren um uns den Gletscher etwas genauer anzuschauen. Wegen des schlechten Wetters war die Sicht aber nur bescheiden aber es war unser erster Gletscher.
Und weil’s so schön war, sind wir danach noch etwas in die Berge zum Übernachten gefahren, direkt unterhalb eines Gletschers am Djupvatnet (See). Welcher Gletscher das war? Wahrscheinlich der Skjerdingdalsbreen wenn ich das in Google Maps richtig bestimmt habe. Es gibt einfach so viele Gletcher in Norwegen.

Es ist wirklich ganz schön, einmal eine Zeit lang nichts von Trump, Putin und von anderen schlimmen Dingen zu hören von denen zu Hause immer in den Nachrichten berichtet wird. An den Abenden in der Arche, während es draußen stürmisch ist und kalt, kann man ein bisschen im Internet surfen, und da muss man ja nicht unbedingt Nachrichten anschauen. Manchmal findet man durchaus interessante Beiträge, wie zum Beispiel diesen Cartoon von Perscheid, der einem verdeutlicht, wie rasant sich die Menschheit in den letzten 2300 Jahren intellektuell weiterentwickelt hat.

Tag 8: Freitag, 5. September, Saltkjelsnes (Camping)
Nach der Übernachtung unterhalb des Gletschers fuhren wir weiter auf dem Dupjevatn Hochplateau Richtung Norden über steile Serpentinenstraßen hinunter nach Geiranger. Geiranger ist eigentlich ein winziger Ort mit etwa 230 ständigen Einwohnern die zur Touristenhauptsaison auf bis zu 2000 ansteigt. Und das kann sich sogar kurzzeitig verdoppeln oder verdreifachen, wenn eines der riesigen Kreuzfahrschiffe vor Anker geht, die sich immer wieder bis an das Ende des Geirangerfjordes verirren.
Von Geiranger aus ging es weiter nach Norden, dann mit der Fähre über den Norddalsfjord und weiter über die Berge und den berühmten Trollstigen (Troll Leiter) hinunter nach Andalsnes. Der Trollstigen ist sicher eine der spektakulärsten Bergstraßen Norwegens, aber mit diversen Alpenpässen kann er sicht nicht messen.

Und weiter gings wieder mit einer Fähre über einen Fjord, über Brücken und durch Tunnel und vorbei an beeindruckenden Wasserfällen, von denen es hier Tausende gibt.

Unser heutiges Ziel war der Saltkjelsnes Campingplatz, welcher direkt am Ufer eines Fjords liegt. Das war unsere erste Übernachtung auf einem Campingplatz. Wir mussten die Batterie aufladen sowie die Wäsche waschen. Da nach einer Woche unterwegs dringend auch die Bettlaken und Bettüberzüge sowie Handtücher usw. gewaschen werden müssen kommen dann doch drei Waschmaschinenladungen mit anschließendem Trockner zusammen. Das hat alles gut funktioniert, sodass wir am Morgen wieder weiterfahren konnten.

Tag 9: Samstag, 6. September 2025, Atlantik Straße

Wer kennt sie nicht, jene spektakulären Bilder von der Atlantikstraße, speziell den Teil wo sie viele kleine Inseln miteinander verbindet? Das war ein Programmpunkt heute. Wir fuhren auf der Atlantic Road entlang der Westküste von Bud nach Vevang. Dort begann der spektakuläre Teil über die Inseln nach Karvag. Von dort aus fuhren wir weiter Richtung Kritiansund, das durch den Atlantahavstunnel erreicht wird. Dieser Tunnel hat eine Länge von 5779 Metern und der tiefste Punkt liegt rund 250 Meter unter der Meeresoberfläche. Daran dankt man am Besten nicht wenn man durchfährt.

Nun, diese Straße ist schon toll und sehenswert, hauptsächlich wegen der berühmten geschwungenen Storseisund Brücke. Aber wenn man selbst auf der Straße unterwegs ist, kommt einem das gar nicht so spektakulär vor.

Kurz hinter Kristiansund suchten und fanden wir einen einen kleinen Spot an einem Fjord an einer unbefahrenen Straße. Es war ruhig und wir hatten einen tollen Blick auf das Wasser der Grønbukta, was vermutlich Grüne Bucht heißt, wenn mich meine Norwegisch Kenntnisse nicht täuschen.

Tag 10: Sonntag, 7. September 2025, Trondheim Fjord
Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir am Morgen weiter Richtung Trondheim. Wie schon so oft genossen wir die herrliche Landschaft Norwegens. Wenn es in Norwegen etwas im Überfluss gibt, dann ist das Landschaft. Überall herrliche Landschaften. Wie schon in den Tagen zuvor durch Tunnel, über Brücken und mit Fähren, und dazwischen ein Halt für ein herzhaftes Mittagessen.

Allgemein sagt man, das September bis Oktober die regenreichste Zeit Norwegens ist. Wir hatten bis jetzt wirklich Glück und auch heute war wieder ein toller Tag mit viel Sonnenschein. Es sieht für mich manchmal so aus, als wäre der Klimawandel gar nicht so schlecht. Aber das ist sicher nicht der Fall.

Gegen Abend suchten wir uns einen ruhigen Platz zum Übernachten, direkt am Trondheim Fjord, bevor es morgen nach Trondheim weiter geht.

Tag 11: Montag, 8. September 2025, Trondheim, Skogn
Und wieder ein wunderschöner Tag. Wir fuhren relativ nahe ans Zentrum von Trondheim und nahmen dann für das letzte Stück die Fahrräder. Wir machten einen ausgiebigen Spaziergang durch die Innenstadt, so groß ist diese ja nicht. Bei dem schönen Wetter waren viele Leute unterwegs und die Straßencafés und Restaurants waren gut besucht. Zum Schluss radelten wir noch zum Dom, aber der war leider schon zu. Na ja, außerhalb der Tourismus Saison machen in Norwegen die meisten Sehenswürdigkeiten halt früher zu.

Nach unserem Abstecher nach Trondheim fuhren wir weiter nach Norden. Wie ihr ja vielleicht in den Nachrichten gehört habt, gab es nördlich von Trondheim einen Erdrutsch, der die Nord-Süd-Hauptverbindungsstraße und die Eisenbahn unterbrochen hatte und sogar ein Todesopfer gefordert hatte. Deshalb gab es eine Umleitung über schmale Nebenstraßen, auf die auch der ganze Schwerlastverkehr umgeleitet wurde. Und das wurde manchmal ganz schön eng. Ich fahre zwar nicht zu langsam, aber den norwegischen LKW-Fahren war ich offensichtlich nicht schnell genug. So manches Mal fuhr ich rechts ran, um Brummis vorbeizulassen, wenn sie an meiner Stoßstange hingen.

Gegen Abend fanden wir einen Parkplatz weiter nördlich am Trondheim Fjord bei Skogn einen Platz zum Übernachten, nachdem wir noch den Sonnenuntergang genießen konnten.

Tag 12: Dienstag, 9. September 2025, Svalvatnet, Polarlichter
Heute machten wir einige Kilometer Richtung Norden gut. Der Polarkreis, geschweige denn das Nordkap sind noch weit.

Wir fuhren bis zum Svalvatnet, einem kleinen See unterhalb des Korgfjellet, einem 643 Meter hohen Berg. Das hört sich zwar nicht hoch an, aber man muss ja wegen den Fjorden immer wieder von Null, also von Meereshöhe aus, hinauffahren.

die Polarlichter. Ellen hält jede Nacht nach ihnen Ausschau und checkt die neuesten Internetvorhersagen über die aktuelle Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Polarlichtern in unserer Gegend. Heute wurde sie für ihre Ausdauer belohnt. Man muss allerdings sagen, dass diese Lichterscheinungen in natura beileibe nicht so brilliant und farbenprächtig sind wie sie auf den Fotos aussehen und wie man sie immer im Internet sieht. Trotzdem ist es aber ein beeindruckendes und im wahrsten Sinne des Wortes bewegendes Schauspiel, denn die Lichter sind nicht statisch, sondern bewegen sich dauernd und ändern dabei Farbe und Form.

Wir waren von den Nordlichtern begeistert. Wir haben Leute getroffen, die bereits seit einigen Jahren in Norwegen leben, aber noch nie die Nordlichter gesehen haben. Die Armen!

Mal sehen ob wir weiter nördlich noch welche zu sehen bekommen.

September 2025 Teil 1

Norwegen

6 Kommentare
  1. Klaas
    Klaas sagte:

    Hi Johann,

    Eine sehr schöne Reise !!!
    Wir waren auf einem Schiff bis zum Nordkap, und noch weiter, aber haben keine Polarlichter gesehen, trotzdem war unsere Reise (auch) super !

    Aber du kannst zumindest Aurora von deiner To-Do-Liste streichen, und wir noch nicht 🙂

    Liebe Grüße, Klaas

    Antworten
    • Johann
      Johann sagte:

      Hallo Klaas
      Damit bist du nicht alleine. Wir haben in Norwegen Leute getroffen, die schon seit einigen Jahren in Norwegen leben und noch keine Polarlichter gesehen haben. Eine war Kellnerin oder Pächterin eines Lokales wo wir beim Essen waren. Sie kommt aus Spanien und lebt schon einige Jahre in Norwegen. Sie will sie auch unbedingt mal sehen.
      Ja, das war wirklich eine schöne Reise, von der wir noch eine Zeit lang zehren können.
      Viele Grüße, Johann

      Antworten
  2. Roger Sharp
    Roger Sharp sagte:

    Johann,
    Looks like a great trip. Nice photos of the Aurora Borealis. BTW, is that your van or a rental?
    Looking at the first photo of day 10; the rocks in the foreground don’t look natural. Is that a man-made lake?

    Antworten
    • Johann
      Johann sagte:

      Hi Roger
      The Van is mine. I’m using Campervans since maybe 20 years. This is my third one.
      And regarding the rocks: They are natural rocks from Norwegian granite. All Norway is more or less granite, so they use for most construction granite.
      It really was a fantastic trip. There is more to come in the next blog entries.
      Take care, Johann

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