Juni 2026
♦ Hainsfarth ♦ Münster ♦ Camp Norddeich ♦
demnächst:
Montag, 1. Juni 2026
Heute habe ich eine erste Testfahrt mit dem neuen E-Bike, oder besser gesagt Pedelec, gemacht. Ich bin begeistert. Ich bin an der Isar entlanggefahren, unter der Großhesseloher Brücke hindurch in Richtung Grünwald. Dann habe ich aber ein Floß auf der Isar gesehen und bin dann wieder zurück Richtung Hinterbrühl und weiter zur Floßlände gefahren. Ich hätte nie gedacht, dass ein Pedelec so komfortabel ist, obwohl ich nur im ECO-Modus gefahren bin oder oft die Unterstützung ganz ausgeschaltet habe. Am Flaucher habe ich mir dann noch ein Weißbier genehmigt, obwohl ich das bei so geringer Anstrengung eigentlich gar nicht verdient habe.
Dienstag, 2. Juni 2026 – Ellens Geburtstag
Heute ist Ellens Geburtstag. Zur Feier des Tages fuhren wir in unser gemeinsames Lieblingsrestaurant, dem Mekan, das früher bei uns in Nähe in der Waakirchner Straße war, jetzt aber an den Stefan-George-Ring in Zamdorf im Münchener Osten umgezogen ist. Das Essen war wie gewohnt super und Ellen war happy, ihren Lieblings Cocktail genießen zu können.
Donnerstag, 4. Juni 2024
Es war schon wieder Zeit, um nach Hainsfarth zu fahren. Monika war froh, abgelöst zu werden.
Samstag, 6. Juni 2026
Es wurde Zeit, die Pflanzen und Büsche entlang der Straße etwas zu kürzen und das Unkraut zwischen Straße und Bordstein zu entfernen. Das ist im Prinzip nicht viel Arbeit, aber unser Teil an der Straße ist doch sehr lange, und so zieht sich das halt etwas in die Länge.
Das Schwabenland ist ein sehr sauberes Land. Wenn man am Wochenende, speziell am Samstag, über Land fährt. Sieht man allenthalben Leute, die die Gehsteige und Straßenränder fegen. Aber das ist nicht nur im Schwabenland so, sondern auch in vielen anderen ländlichen Gegenden Bayerns.
Mittwoch, 10. Juni 2026 – Theos Geburtstag
Mein Cousin Theo ist zwei Jahre älter als ich, er wird also 74 Jahre alt. Natürlich war ich mit Mom eingeladen zu Kaffee und Lenis köstlichen Kuchen. Ein schöner Nachmittag.
Sonntag, 14. Juni 2026
Monika hat mich heute abgelöst und ich fuhr wieder nach München.
Montag, 15. Juni 2026
Heute wurden die letzten Reisevorbereitungen getroffen. Packen und die Arche beladen. Ellen macht noch einen Kuchen, da wir morgen zu Moms Geburtstag fahren.
Wir wollten eigentlich auf dem Weg nach Norden einen Zwischenstopp in Köln machen, um uns im Museum Ludwig die Ausstellung der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama anzuschauen. Sie ist eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Ihr Markenzeichen sind Polka Dots, farbige Punkte, die sie auf Leinwände, Skulpturen und Menschen malt.
Leider ist es zwingend erforderlich sich im Voraus Tickets online zu kaufen und genauso leider ist die Ausstellung bereits jetzt bis zum Ende der Laufzeit ausverkauft und vor Ort kann man keine Tickets kaufen. Das ist ärgerlich!
Genauso ärgerlich, aber nicht ganz so schlimm ist es, dass ab dem 1. Juli 2026 für den Kölner Dom €12.- Eintritt verlangt wird. Deshalb fahren wir trotzdem nach Köln, um uns dieses Wunderwerk der Gotik noch einmal kostenlos anzuschauen.
Und noch jemand feiert Geburtstag!
Allerdings wird dieser Jemand erst 80 und er feiert ein bisschen größer. Trump, der beste Präsident den Russland jemals hatte, feiert groß im Weißen Haus. Dazu wurde eigens eine Käfig-Arena aufgebaut, wo sich dann Mixed Martial Arts Kämpfer der UFC (Ultimate Fighting Club) die Fresse polierten. Das muss man nicht mögen, aber seine Wähler aus dem MAGA Dunstkreis stehen wohl auf solche Darbietungen.
Dienstag, 16. Juni 2026 – Moms 97ster
Wir fuhren früh los, da wir um 12 Uhr in Oettingen im Ochsen zum Geburtstagsessen verabredet waren. Das hat dann auch gut geklappt und das Essen war wie gewohnt super. Florian, Monikas älterer Sohn, war auch gekommen.
Am Nachmittag gab es dann wie gewohnt Kaffee und Kuchen, sowie andere Getränke. Mom war es wichtig, dass genügend Sekt, Bier, Saft und Wasser im Haus war. Außer dem Kaffee wurde aber nur Wasser und Saft gewünscht, und natürlich die leckeren Kuchen. Das war halt keine Junge Leute Party.
Mittwoch, 17. Juni 2026 – Abfahrt Richtung Norden
Abfahrt in Hainsfarth etwa um 11 Uhr. In Wassertrüdingen haben wir noch Lebensmittel und ein paar andere Dinge eingekauft, einschließlich einer Regenjacke für Ellen, die wir aber nicht gebraucht hätten. Egal, wir fuhren jetzt los, zumindest bis zur A7, wo erst mal Mittagessen gekocht wurde. Wir waren immerhin schon etwa eine Autostunde von Hainsfarth entfernt.
Aber dann gings richtig los.
Übernachtet haben wir in Wirzenborn, das immerhin etwa 60 Einwohner zählt und zu Montabaur gehört. Wirzenborn muss man nicht unbedingt kennen, aber es gibt da eine Marienwallfahrtskapelle, die 1497 das erste mal unglücklich erwähnt wurde, aber wohl schon vorher da gestanden hat. Außerdem gibt es hier ein kleines privates Motorradmuseum, das Motorräder aus sieben Jahrzehnten zeigt – habe ich mir aber nicht angesehen.
Der Platz war nicht besonders schön, aber ruhig und er erfüllt seinen Zweck. Vielen Dank an die Gemeinde, dass sie den Platz kostenlos zur Verfügung stellt.
Donnerstag, 17. Juni 2026

Weiter gings nach Köln. Wie gesagt, wir wollten den Kölner Dom anschauen, bevor €12.- Eintritt pro Person bezahlt werden muss. Ich kann diese Maßnahme zwar verstehen, denn der Unterhalt des Domes verschlingt Unsummen, aber bisher ging es ja auch ohne Eintritt.
Dank EasyPark war parken kein Problem. Wir fuhren dann mit den Rädern in etwa 8 Minuten direkt zum Dom.
Als ich dann den Dom von innen sah, war ich doch überrascht, wie lichtdurchflutet dieser von außen so dunkel wirkende Kolossalbau doch war. Ein Meisterwerk der gotischen Baukunst.
Um 1521 entstand der Agilolphusaltar als Hochaltar im Ostchor für die hinter dem Domchor stehende Stiftskirche St. Maria ad Gradus. Er wurde in Antwerpen hergestellt. Ein faszinierendes Beispiel mittelalterlicher Holzschnitzkunst.
Außerdem gibt es viele herrliche Glasfenster, Gemälde, Statuen und andere Kunstwerke zu entdecken.
Ebenso interessant: Die Orgelanlage des Kölner Domes gehört mit 143 Registern zu den größten Orgeln in Deutschland. Sie besteht aus zwei Hauptorgeln und einem Hochdruckwerk. Die Querhausorgel wurde 1948 von Hans Klais aus Bonn auf einer Empore in der nördlichen Vierung fertiggestellt, die Langhausorgel 1998 von der Orgelmanufaktur Klais errichtet, 2006 kam das Hochdruckwerk im Westbau des Domes hinzu. Die drei Teilwerke lassen sich von einem gemeinsamen Spieltisch aus anspielen.
Zusätzlich besitzt der Dom zwei kleine Orgeln, die zur Beschallung nur bestimmter Teile des Doms dienen: die sog. Marienorgel in der Marienkapelle, und eine Orgel in der Sakramentskapelle.
Übrigens, nach einer Bauzeit von 632 Jahren wurde der Dom im Jahre 1880 fertiggestellt. Gemessen daran relativieren sich die Bauzeiten für den Berliner Großflughafen und Stuttgart21 erheblich. Obwohl, bei Stuttgart21 weiß man das nicht so genau.
Auf Anraten von Hans haben wir uns auch noch den Kölner Hauptbahnhof angeschaut, der ja direkt neben dem Dom liegt. Hans ist halt Eisenbahnfan, aber mir hat der Bahnhof auch gefallen. Der ganze glasüberdachte Gleisbereich vermittelt einen hellen und luftigen Eindruck und eine angenehme Atmosphäre.
Auf der Rückfahrt zu unserer Arche fuhren wir durch die Fußgängerzone in der Innenstadt. Als Münchner war ich überrascht, dass man durch den ganzen Fußgängerbereich, und der ist nicht klein, mit dem Fahrrad fahren darf. Und überraschenderweise klappt das gut. Es gibt keine rasenden Radler, und Radfahrer und Fußgänger nehmen gegenseitig aufeinander Rücksicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in München auch so funktioniert. Aber München hat seinen Weg in Richtung fahrradfreundliche Stadt ja gerade erst begonnen.
Nach dem Abstecher in die Kölner Innenstadt fuhren wir weiter nach Münster, wo wir uns mit dem Rest der Kolbermoor Connection trafen.

Am späten Nachmittag kamen wir in Münster auf dem Campingplatz an. Hans und Bärbel hatten sich schon wohnlich eingerichtet.
Dieter, Doris und Geli, die in der Nähe eine Unterkunft hatten, kamen dann noch vorbei und wir fuhren dann mit unseren Bikes noch nach Münster zum Essen.
Münster ist schon seit Jahren bekannt als Fahrradstadt. Ich habe noch nie so viele Leute gesehen, die all mit dem Fahrrad unterwegs waren. Es gibt auch entsprechend viele gut ausgebaute Radwege und genügend Parkmöglichkeiten für die Drahtesel. Alle, auch Autofahrer und Fußgänger, sind daran gewöhnt und der Verkehr ist geprägt von gegenseitiger Rücksichtnahme und funktioniert reibungslos. Immer wenn wir nach Münster fuhren nahmen wir dann natürlich das Fahrrad. Auch im Umland gibt es viele gut ausgebaute Radwege so dass man schöne Radtouren machen konnte.
Immer am Mittwoch und am Samstag ist auf dem Domplatz ein großer Wochenmarkt mit rund 150 Ständen. Ein üppiges Angebot zieht mittwochs und besonders samstags die Besucherströme in die Innenstadt: Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Gewürze, Öl und Antipasti, unzählige Käsesorten, Honig, Brot und Kuchen, Fleisch und Wurst, Wild und Geflügel und – vor allem im Spätsommer – ein wahres Blumenmeer. Der Markt ist ein absolutes Muss, wenn man schon mal in der Gegend ist.
Münster ist auch die Stadt Wilsbergs, des etwas schrulligen Antiquars und Privatdetektivs. Natürlich haben wir uns auch Wilsbergs Antiquariat (Antiquariat Solder) von außen angeschaut. Wir machten auch ausgedehnte Spaziergänge durch die schöne alte Innenstadt und schauten uns unter anderem den Dom und die Lambertikirche an. Makaber sind die Wiedertäuferkäfige, die noch heute am Turm der Lambertikirche hängen. Allen Gerüchten zum Trotz sind das immer noch die Originalkörbe aus dem Jahr 1535.
Ein bischen Geschichte, weil ich das ganz interessant finde:
Am 25. Juni 1535 nahmen nach sechzehn Monate langer Belagerung die Truppen des Bischofs Franz von Waldeck und seiner Verbündeten das von den Täufern verteidigte Münster ein. Dabei gerieten nur fünf Anführer der Geschlagenen in Gefangenschaft. Die drei Gefangenen Bernd Krechting, Bernd Knipperdolling und Johann Bockelson, genannt Jan van Leiden wurden am 6. Januar 1536 von einem Inquisitionsgericht in Wolbeck zum Tode verurteilt. Ihnen sollte „alles Fleisch mit glühenden Zangen von den Knochen abgerissen und dann Gurgel und Herz mit glühenden Eisen durchstoßen werden“. Die öffentliche Vollstreckung des Urteils erfolgte am 22. Januar 1536 auf einem Schaugerüst auf dem Prinzipalmarkt. Die Exekutionen dauerten mehrere Stunden. Im Mittelalter wusste man, wie man so ein Ereignis publikumswirksam inszenierte.
Die toten Körper der Exekutierten wurden in die bereitgestellten Körbe gesteckte und anschließend an der Südseite des Turms von St. Lamberti hochgezogen und an Haken gehängt. Da der Umgang mit den Gerätschaften eines Scharfrichters – und dazu gehörten die Körbe – für einen Stadtbürger als entehrend galt, war für diese Arbeit eine Gruppe Bauern aus der Umgebung zwangsverpflichtet worden. In der Mitte hing etwas erhöht der Korb des „Täuferkönigs“. Die bei der Folterung und Hinrichtung verwendeten vier Eisenzangen und das Halsband wurden an den Säulen des Rathauses angebracht. Die Leichen wurden nie wieder aus den Körben herausgeholt. Sie blieben der Witterung ausgesetzt. Noch 1585, also 50 Jahre später, sollen immer noch letzte Knochenreste zu sehen gewesen sein. Die Körbe wurden zwar zwischenzeitlich im Zuge von Reparaturen und Renovierungsmaßnahmen abgenommen, aber immer wieder aufgehängt, und da hängen sie noch heute.
Sonntag, 21. Juni 2026 – Abfahrt an die Nordsee


Die Zeit in Münster ging wirklich sehr schnell vorbei und es war wirklich schön. Heute geht es weiter an die Nordsee. Nach einer reibungslosen Fahrt kamen wir am späten Nachmittag im Norddeich Camp an. Es blieb noch genügend Zeit für einen Spaziergang auf dem Deich entlang der Küste bis nach Norddeich, dem nördlichen Ortsteil von Norden. Dort gab es dann auch noch einen Willkommensdrink. Überhaupt ist diese ganze Gegend hier ein Paradies für jemand der Matjes, Kipperlinge und andere Fischspezialitäten mag 😋. Aber zu Ellens Leidwesen war alles paniert, frittiert, gegrillt, gebraten oder roh, wie z.B. Matjes oder Bismarckheringe. Es gab praktisch nirgends gekochten Fisch. Arme Ellen 😟
Montag, 22. Juni 2026
Nach der Hitze, die wir in Münster gewohnt waren, war es hier direkt kühl. An der Küste geht halt immer eine leichte Brise. Aber in den nächsten Tagen sollte es auch hier warm werden.

Für den Anfang erkundeten wir erst einmal mit den Bikes die nähere Umgebung. Wir fuhren den Deich entlang nach Norddeich, wo die Fährschiffe nach Norderney ablegen. Dann auch nach Süden bis „Norden“. Norddeich ist ein Ortsteil von der etwas südlicher gelegenen Stadt Norden.
Wie landeten am Abend wieder im Haus des Gastes in Norddeich zu einem Drink und zu dem köstlichen Fisch Fast Food. Hier sollten wir im Laufe unseres Urlaubs noch öfter landen.
Norddeich Radio – eine Legende
In den heute denkmalgeschützten Gebäuden, in denen heute die Rezeption, Waschräume und ein Supermarkt des Camp Norddeichs sind, war bis Anfang der 70er Jahre die Seefunkstelle Norddeich Radio untergebracht. In Zeiten als noch keine Handys und Satellitentelefone gab, übertrug Norddeich Radio Gespräche von Menschen mit ihren tausende Kilometer entfernten zur See fahrenden Angehörigen. Man konnte damals bei Norddeich Radio anrufen und eine Verbindung zum Schiff mit seinen Angehörigen herstellen lassen und das wurde dann über Norddeich Radio gesendet. Jeder der ein Kurzwellenradio hatte (damals hatte praktisch jedes Radio Kurzwelle) konnte da mithören. Legendär war die Sendung „Gruß an Bord“, die 1953 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Ich habe oft als Kind mitgehört, wenn ich denn Norddeich Radio hier im Süden Deutschlands überhaupt empfangen konnte.
Übrigens: Die Sendung „Gruß an Bord“ gibt es heute zu bestimmten Zeiten im Jahr immer noch. Im Internetradio Radio Nordseewelle Webradio kommt das alljährlich im Livestream.


Dienstag, 23. Juni 2026
Fahrradausflug nach Greetsiel. Greetsiel ist von Tourismus und Fischerei geprägt, im direkten Umland des Ortes ist darüber hinaus die Landwirtschaft von Bedeutung. Greetsiel hat mit ca. 1500 Einwohnern etwa die Größe von Hainsfarth, ist also nicht sehr groß. Aber im Fischereihafen legen immer noch 25 – 27 Krabbenkutter regelmäßig an. Er zählt zu den größten deutschen Kutterhäfen, etwas mehr als zehn Prozent der knapp 250 deutschen Krabbenkutter sind
dort beheimatet. Wir haben nur 2 gesehen, die anderen waren wohl unterwegs. Auf jeden Fall ist der Tourismus die größte Einnahmequelle des Ortes. Auch hier gab es, wie überall in der Gegend, köstlichen Fisch.
Gleich in der Nähe, ein paar Kilometer weiter, steht der berühmte Leuchtturm aus dem Film „Otto der Außerfriesische“. Natürlich haben wir dahin auch noch einen kleinen Abstecher gemacht.
Als wir aus Greetsiel zurückkamen, das waren doch etwa 25km einfache Strecke, wurden wir von einem schönen Sonnenuntergang hinter dem Deich belohnt.
Ein bisschen Erdkunde:Damit man mit den Himmelsrichtungen nicht ganz durcheinander kommt.
Also, Norddeich, ein Ortsteil von Norden, liegt direkt im Norden an der Nordesseküste. Im Süden von Norddeich liegt Norden, die Stadt zu der Norddeich gehört. Oder anders ausgedrückt: Norddeich liegt im Norden von Norden.
Mittwoch, 24. Juni 2026
Wie schon mehrfach erwähnt, liegt Norddeich nördlich von Norden. Heute führen wir also mit unseren Bikes etwas nach Süden, nämlich nach Norden. Ich denke, dass das jetzt für jeden verständlich ist.
Östlich von Norden liegt das Schloss Lütetsburg. Da fuhren wir hin. Wir machten einen Spaziergang durch den Schlosspark. Das Schloss selbst konnte man leider nicht besichtigen. Es gehört der Grafenfamilie zu Inn- und Knyphausen, die das Schloss bis heute als Wohnsitz nutzt.


Auf der Rückfahrt fanden wir noch einen Antiquitätenladen, in dem Ellen fündig wurde. Dann waren wir noch beim Essen in Norden, wo es einige schöne alte Häuser gibt.
Wieder zurück gingen wir wieder ins Haus des Gastes und badeten anschließend unsere Füße in der Nordsee. Die Gezeiten waren in dieser Woche etwas ungünstig für uns, denn wenn wir am Meer waren, war immer Ebbe. Das nächste Mal müssen wir auf den Gezeitenplan achten.
Donnerstag, 25. Juni 2026

Ein Highlight unseres Urlaubs war die heutige Fahrt mit der Bahn nach Leer. Von Norddeich aus dauert die Fahrt eine knappe Stunde. Leer ist die Stadt in der die Friesland Krimi Serie sielt. Natürlich schauten wir das Haus an, in dem Apotheke im Krimi ist. Ebenso das Haus des Bestatters.
Ansonsten ist Leer eine nette kleine Stadt mit viel Betrieb. Es gibt auch Touristen, aber ich habe das Gefühl der Tourismus spielt hier keine so große Rolle.
Das Traditionsschiff Prinz Heinrich ist ein ehemaliger Post- und Passagierdampfer, der von 1909 bis 1969 im Liniendienst zwischen Emden und Borkum betrieben wurde. Die Prinz Heinrich ist eines der ältesten in Deutschland erhaltenen Passagierschiffe dieses Typs und liegt heute in Leer vor Anker.
Freitag, 26. Juni 2026

So, das war’s in Norddeich. Nicht ohne ein bisschen Wehmut verließen wir Camp Norddeich und fuhren nach Hamburg, denn ich wollte wieder in das Miniaturwunderland um die Formel-1 Strecke in Monaco sehen.
In Hamburg angekommen fuhren wir auf den Wohnmobilstellplatz. Der ist nicht sehr schön, aber so ziemlich im Zentrum und das war gut. So hässlich kann ein Stellplatz aber gar nicht sein, als dass Ellen nicht etwas Gutes zum Essen zaubern könnte.
Wir fuhren mit den Bikes noch zu einem Supermarkt um die Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Dabei haben wir festgestellt, dass was die Fahrradfreundlichkeit anbelangt, Hamburg nicht mit Münster mithalten kann. Außerdem, als Münchener nimmt man als Radler die Verkehrsampeln nicht unbedingt so bierernst wie hier in Hamburg. Sobald man bei rot eine Ampel überfährt, auch wenn weit und breit kein Auto in Sicht ist, brüllen gleich alle ganz laut „ROT!“.
Samstag, 27. Juni 2026
Auch im Miniaturwunderland muss man inzwischen schon die Tickets im Internet für einen bestimmten Eintritts Time Slot buchen. Kein Wunder, denn der Andrang ist groß, besonders am Wochenende. Wenn man aber mal drinnen ist, kann man so lange bleiben wie man will. Also fuhren wir mit unseren Bikes in die Speicherstadt wo sich Miniaturwunderland befindet. Vor ein paar Jahren war ich schon einmal da und war begeistert und ich wollte schon lange wieder kommen.

Ganz gespannt war ich auf Monaco und die Formel-1 Strecke. Was die beiden Gründer des Miniaturwunderlandes Gerrit Braun und sein Zwillingsbruder Frederik da auf die Beine gestellt haben ist schon fantastisch. Allein in die Formel-1 Strecke haben sie Jahre in die Entwicklung gesteckt. Wenn man die kleinen Autos die Runden drehen sieht, sieht das ganz niedlich und unspektakulär aus, aber wenn man an die Entwicklung der Technik denkt, die dahinter steckt verfällt man in ehrfürchtiges Staunen. Zumindest mir geht es so. Allein die Elektronik, die unter der Fahrbahn steckt ist unglaublich. Die Rennen sind alle Computergesteuert. Der Computer weiß zu jedem Zeitpunkt wo sich welches Auto gerade befindet und so werden, wenn möglich, Überholmanöver gestartet und gebremst und beschleunigt. Vor dem Rennen kann man die Parameter, wie Beschleunigung und andere, für jedes Auto individuell einstellen und so ist auch jedes Rennen anders als das vorherige.
Auch den neuen Südamerika Teil haben wir uns angeschaut. Rio de Janeiro mit Copa Cabana, dem Sambadrom und den Favelas war schon fast fertig. Alles wurde mit viel Liebe zum Detail von brasilianischen Modellbauern in Szene gesetzt.
Noch nicht fertig, aber schon weit fortgeschritten war der Regenwald mit den Iguazú-Wasserfällen. Na ja, wir müssen uns ja noch etwas für das nächste Mal aufheben.
Ganz abgesehen davon findet man hier im Miniatur Wunderland auch in den Bereichen die wir uns früher schon mal angeschaut haben immer wieder etwas Neues. Immer wieder begeistert die große Detailverliebtheit mit der alles realisiert wurde. Das sieht man zum Beispiel bei dem Ausschnitt, der eine Unzahl von Figuren auf einer Konzertveranstaltung zeigt, die alle einzeln platziert wurden. Und wenn man durch die verschiedenen Räume wandert findet man viele kleine und lustige Details.
Auch die Steuerungszentrale sieht jetzt moderner aus mit den neuen riesigen Flachbildschirmen, die viele der kleinen Monitore ersetzt haben.
Das war sicher nicht mein letzter Besuch im Miniaturwunderland, denn das wächst immer weiter und es kommen immer wieder neue Attraktionen dazu.
Und wenn man schon mal in Hamburg ist, dann muss man auch eine kleine Hafenrundfahrt machen. Für Landratten wie uns ist der Hafen immer wieder ein Erlebnis. Der Containerhafen kann von den größten Containerschiffen die es auf der Welt gibt angelaufen werden. Das ist umso verwunderlicher als der Hamburger Hafen im Landesinneren etwa 110 km von der Nordsee entfernt ist und er in Europa der drittgrößte Containerhafen ist.
Während unserer Tour lag auch eines der berühmten Kussmundschiffe vor Anker, die Aida Perla. Wenn man direkt daran vorbeifährt sieht man erst wie groß dieser Kahn wirklich ist. Ich habe im Internet versucht herauszufinden, wie hoch das schiff ist. Die Länge beträgt 300 mtr, die Breite 37 mtr. Die Höhe wird mit 18 Decks angegeben und das sind sicher über 50 mtr, denn der Skywalk, eine Attraktion für die schwindelfreien Passagiere im Deck 15, ist bereits in 45 mtr Höhe.

Ein besonderes Wahrzeichen ist die Elbphilharmonie, die ich leider noch nicht von innen gesehen habe. Das muss ich unbedingt bei meinem nächsten Besuch in Hamburg nachholen.
Besonders gut fand ich, dass diese Hafenrundfahrt auch durch die Speicherstadt führte wo wir auch am Miniatur Wunderland vorbei schipperten.
Und so endete unser kurzer Aufenthalt in Hamburg. Wir fuhren zurück zum Stellplatz und machten alles fertig für die morgige Abfahrt.
Sonntag, 28. Juni 2026
Am Morgen starteten wir wieder Richtung Süden. Am Spätnachmittag erreichten wir meinen Lieblingsplatz am Rhein etwas südlich von Germersheim, wo ich schon öfter stand um die Schiffe zu beobachten. Das ist ein Sackstraße direkt am Rhein, also kein Durchgangsverkehr. Ich habe dort immer Platz gefunden und es kostet nichts, dort zu übernachten. Der Wasserstand war deutlich niedriger als sonst und die Buhnen, die sonst vollkommen unter Wasser sind, konnte man deutlich sehen und sie ragten auch aus dem Wasser heraus. Aber der Schiffsverkehr funktionierte noch, auch wenn die Schiffe nicht mehr die volle Ladung transportieren konnten.
Montag, 29. Juni 2026
Nach der Ankunft in München am späten Nachmittag haben wir noch die Arche ausgeladen und der Urlaub war vorbei.
Ich habe mir zur Entspannung gegen Mitternacht noch das erste WM-KO-Rundenspiel der Deutschen, Deutschland gegen Paraguay, angeschaut. Das hätte ich mir sparen können.
Wir sind raus!
Paraguay gewinnt im Elfmeterschießen. Ich weiß nicht, was Nagelsmann falsch gemacht hat. Ich weiß aber auch nicht was er richtig gemacht hat. Ich glaube das weiß er selbst auch nicht. Egal, das wars für diesmal.
In 4 Jahren versuchen wir es wieder.

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