⇐ BackForward ⇒
29. April – 1. Mai 2022

In was für einer irrsinnigen Welt leben wir eigentlich?

  • Experten der Weltmeteorologieorganisation (WMO) haben nun festgestellt, daß die Klimaerwärmung schneller voranschreitet als erwartet. Mitdenkende Normalbürger wissen das schon lange, aber für die Experten scheint das eine ganz neue Erkenntnis zu sein. Ich bin sogar davon überzeugt, daß der Klimawandel nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Höchstgrenze von 1,5 Grad zu der man sich in Paris einmal geeinigt hatte, soll nun möglicherweise schon 2026 erreicht werden. Daß momentan weltweit 1380 neue Kohlekraftwerke in Planung sind und viele davon schon im Bau sind, läßt wenig Spielraum für Hoffnung.
  • In der Ukraine tobt ein Krieg, so daß wegen der fehlenden Weizenlieferungen Hungersnöte in Afrika drohen. Es leben ja jetzt schon Millionen Menschen in Armut und Hunger.
  • In Syrien ist seit 11 Jahren Bürgerkrieg (da hat doch auch Putin seine Finger im Spiel und das Land kaputt gebombt). Über 10 Millionen Syrer hungern in den Lagern und wegen des Ukraine Krieges ist ihre Versorgung durch die Hilfsorganisationen noch teurer und damit schwieriger.
  • Die totale Entrechtung und Unterdrückung der Frauen durch die Taliban in Afghanistan.
  • Es gibt noch weitere Kriege und Konflikte in Afrika  und im nahen Osten (Äthiopien, Somalia, Jemen)
  • Was alles in China passiert weiß man nicht so genau (Uiguren, Hongkong, wann wird Taiwan ins Reich einverleibt?).
  • Und nicht zu vergessen, die wirtschaftlichen Folgen bei uns wegen des Ölembargos gegen Russland – aber das ist im Vergleich zu den anderen Katastrophen wohl eher ein Luxusproblem.
  • Dazu kommt noch daß wegen Corona die Lieferketten sowieso weltweit unterbrochen oder zumindest ins Stocken geraten sind.
  • Das ist nur ein kleiner Teil der aktuellen Brennpunkte. Die Liste der Kriege und Schreckensmeldungen ließe sich schier endlos weiterführen.

Wie schön mutet es doch dann an, daß es in diesen düsteren Zeiten angesichts all dieser Katastrophenmeldungen immer noch Wohltäter gibt, die bereit sind nahezu 200 Millionen Dollar für einen durch einen Schuß beschädigten Siebdruck auszugeben (vielleicht war das am Ende gar einer der russischen Oligarchen? Man weiß es nicht, auf jeden Fall wollte der Käufer nicht öffentlich genannt werden.). Am 9. Mai wurde Andy Warhols Portrait von Marilyn Monroe mit dem Titel „Shot Sage Blue Marilyn“ aus dem Jahr 1964 für 195 Millionen US-Dollar (in Worten: Einhundertfünfundneunzig Millionen) versteigert. Christie’s verkaufte das Werk im Auftrag der Thomas-und-Doris-Ammann-Stiftung mit Sitz in Zürich. Thomas Ammann war ein Kunsthändler und Freund Warhols. Es ist allerdings nur ein schwacher Trost, daß der gesamte Erlös der Auktion  – 317 Millionen US-Dollar aus 34 der 36 Lose – an die Stiftung geht, die sich laut Christie’s „der Verbesserung des Lebens von Kindern“ durch Gesundheit und Bildung widmet.


Der Wahnsinn geht immer noch weiter!

Jetzt sind es schon über 70 Tage, also über 10 Wochen Krieg in der Ukraine und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Deutschland hat beschlossen, auch schwere Waffen bis hin zu Panzerhaubitzen zu liefern, nicht nur Helme und Panzerfäuste. Finanz- und Militärhilfe kommt auch aus anderen europäischen Ländern, hauptsächlich auch aus den USA, wo Biden 30 Milliarden Dollar und mehr locker machen möchte. Und zum ersten Mal konnten heute (1. Mai) ca. 100 Zivilisten mit Bussen aus dem Asovstal Stahlwerk in Mariupol evakuiert werden. Es folgten dann noch weitere, aber angeblich sind immer noch um die 100 dort. Die Russen schießen und bomben derweil allerorten mit unverminderter Kraft weiter, erzielen aber immer noch nicht den gewünschten Erfolg. Die Ukrainer scheinen sogar immer wieder ein paar kleinere Gebiete zurückzuerobern. Putin braucht jetzt irgendwelche Erfolge um am 9. Mai (Ende des großen vaterländischen Krieges, d.h. Ende des 2. Weltkrieges und Sieg über die Naziherrschaft) mit einer großen Militärparade auf dem roten Platz angeben zu können. Rechtzeitig zu dieser Parade soll das Stahlwerk Asovstal in Mariupol von den Russen erobert sein. Das hat aber nicht so richtig geklappt und die Parade war nicht ganz so gewaltig wie in den letzten Jahren. Die Flugzeuge fehlten sogar ganz, angeblich wegen des Wetters. Putins Rede war für meine Begriffe relative harmlos. Er stellte zwar unmissverständlich  klar, daß der Westen wegen seiner Vorbereitungen zur Invasion in Russland schuld sei, und er, Putin, deshalb ja gar nicht anders konnte als in die Ukraine einzumarschieren, aber er machte keine Angaben oder Andeutungen was weiterhin passieren soll. Es ist eigentlich egal was er sagt, glauben kann man ihm ja sowieso nicht.


Nun aber zu den weniger wichtigen Sachen:
Wieder zurück nach München

29. April – 1. Mai 2022
Ellen ist ja gestern Abend (28. April) noch in Littlehampton angekommen und ich hab sie vom Bahnhof abgeholt. Am nächsten Morgen ging’s wieder zurück. Lena und Liam sagten noch Bye Bye und wir fuhren los nach Dover. Es gab keine Probleme und keinen Stau, auch keinen LKW Stau, und wir erreichten die Fähre ohne Zwischenfälle und die Überfahrt nach Calais war pünktlich.
Auf dem Festland in Frankreich war erst einmal einkaufen im Supermarkt angesagt, dann kochen und essen. Danach fuhren wir weiter bis nach Düren zum Übernachten.
Am nächsten Morgen sind wir dann bis in die fränkische Schweiz gefahren, weil da laut Internet die Kirschblüte gerade im vollen Gang war. Doch das Internet hat gelogen, die Blüte war schon fast vorbei, aber immerhin gab es noch vereinzelt Bäume, die offenbar etwas später dran waren und immer noch blühten. Normalerweise fahren wir da jedes Jahr hin, aber Corona bedingt setzten wir in den letzten beiden Jahren aus.
Wir waren dann ja nicht mehr weit von Hainsfarth (mein Heimatdorf) entfernt, wo wir jetzt hinfuhren um meine Mom zu besuchen. Im Gegensatz zu den Kirschbäumen stand ihr Garten in voller Blüte. Monika, meine Schwester, war auch gerade da.
Da Ellen am Montag wieder arbeiten und noch den Unterricht vorbereiten mußte, sind wir am selben Abend noch Richtung München gefahren. Aber unverhofft kommt oft, und ganz spontan haben wir dann noch auf dem Öttinger Wohnmobilstellplatz direkt an der Wörnitz übernachtet und waren dann am Sonntag den 1. Mai  zu Hause.

Wieder daheim!

1. Mai 2022
Ganz ehrlich, es ist schön wieder daheim zu sein aber ich hätte es noch länger unterwegs ausgehalten. Ich muß mir jetzt wohl Gedanken machen, wann und wo ich demnächst wieder unterwegs sein werde. Sicher ist, daß England immer wieder ein Ziel sein wird. Der Süden wäre auch mal wieder schön, aber nur außerhalb der Hauptsaison. Vielleicht ein paar Wochen Irland mit  Ben (Ellen’s Sohn) und Annabelle? Die sind nämlich in den letzten beiden Augustwochen dort.
Es wird nun Zeit, die Terrasse wieder für den Sommer herzurichten. Als ich nach England losgefahren bin, war noch alles kahl aber jetzt ist alles schön grün geworden. Es geht eben nichts über eine automatische Bewässerung.
Von gelegentlichen Hagelschauern einmal abgesehen ist es draußen schön und man hat im Sommer quasi einen weiteren „Wohnraum“ zum Lesen, Entspannen, Grillen und Essen.

2 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.